Frühkindlicher Autismus

Beim frühkindlichen Autismus, auch Kanner Autismus genannt, handelt es sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die mit komplexen Störungen des Zentralen Nervensystems – insbesondere der Wahrnehmungsverarbeitung – einhergeht und als nicht heilbar gilt. Bei den Betroffenen sind die exekutiven Funktionen eingeschränkt – also diejenigen Denkprozesse die bei der Verhaltensplanung, -steuerung und -kontrolle eine entscheidende Rolle spielen. Dies hat zur Folge, dass das rechtzeitige Vorausplanen und die Initiierung neuer Handlungen kaum gelingt, die Aufmerksamkeit von einer Aktivität oder Aufgabe auf eine andere nur schwer umgeschaltet und unangebrachtes Verhalten nicht oder kaum gehemmt werden kann.

Um die Diagnose frühkindlichen Autismus stellen zu können muss vor der Vollendung des dritten Lebensjahres eine deutliche Beeinträchtigung der Entwicklung zu beobachten sein. Zu den Kernsymptomen gehören laut den internationalen Klassifikationssystemen (ICD-10/ DSM IV) darüber hinaus:

  • Eine qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
  • Eine qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation
  • Eingeschränkte, sich wiederholende oder stereotype Verhaltensweisen, Interessen oder Aktivitäten